Selektive katalytische Reduktion (SCR)
Selektive katalytische Reduktion (SCR) wurde ursprünglich in stationären Kraftwerken und Motoren und später in größeren Motoren, beispielsweise auf Schiffen, eingeführt und wird heute in den meisten Dieselmotoren für LKW und Busse in Europa eingebaut. Die Technologie ist außerdem als Nachrüstung zur NOx-Emissionsreduzierung erhältlich und kann ggf. mit einem DPF kombiniert werden.
Im SCR-System wird Ammoniak als selektives Reduktionsmittel bei Sauerstoffüberschuss im Abgas eingesetzt, um über 70 % (bis zu 95 %) von NO und NO2 in Stickstoff umzusetzen. Es können verschiedene Vorläufer von Ammoniak verwendet werden; eine der gängigsten Optionen ist eine Harnstoff-Wasser-Lösung (z. B. AdBlue®), von der eine sorgfältig dosierte Menge aus einem separaten Tank in das Abgassystem vor dem SCR-Katalysator gesprüht wird.
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AdBlue® ist eine stabile, nicht entzündbare, farblose Flüssigkeit mit einem Harnstoffgehalt von 32,5 %, die als nicht gesundheitsschädlich eingestuft wird. Für den Umgang damit gelten keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen. AdBlue® wird nach international anerkannten Normen hergestellt. Harnstoff wird als künstlicher Dünger eingesetzt und findet sich in Produkten wie Kosmetika. Der Verbrauch von AdBlue® hängt von der Menge an NOx ab, die umgewandelt werden muss. So wurde beispielsweise ein Euro-III-Motor mit einer Emissionsmenge von 5 g/kWh NOx durch die Nachrüstung eines SCR-Systems auf den Euro-V-Standard (2g/kWh NOx) gebracht, bei einem Verbrauch von ~2 % Harnstoff im Verhältnis zum Kraftstoffverbrauch. Fahrzeugeigene Systeme weisen den Fahrer darauf hin, wenn AdBlue® nachgefüllt werden muss. Auf einer speziellen Website, www.findadblue.com, werden die Bezugsquellen für AdBlue® aufgeführt.
