Nachrüstprojekte in Europa
Müllwagen in Frankreich
Ein 20-Tonnen-Müllwagen nach Euro II (Renault Trucks Premium MIDR 62045) mit einem 6-Zylinder-, 9,84-Liter-Motor wurde mit 6 Siliziumkarbid-Filterelementen (Filtrationsbereich 20 m²) nachgerüstet, die in den vorhandenen Schalldämpfer eingebaut wurden. Der LKW wurde mit normalem Dieselkraftstoff (350 ppm Schwefel) über einen Zeitraum von 12 Monaten in einem staatlichen Programm getestet. In dem Projekt kamen ein Katalysator und ein FBC-System (Fuel Borne Catalyst, Treibstoffadditiv zur Filterregeneration) zum Einsatz.

Quelle: „Ökologische Müllwagen : Daten und Referenzen” ADEME, 2003
Flämische Busse in Belgien
De Lijn, der Betreiber der öffentlichenVerkehrsmittel in Flandern, hat 247 Busse mit einem Abgassystem bestehend aus einer Kombination von Diesel-Partikelfilter und selektivem katalytischen Reduktionskatalysator (SCR Katalysator) ausgerüstet, darunter Linienbusse in Antwerpen, Gent und Brügge sowie regionale und Intercity-Busse. Diese Systeme eliminieren mehr als 70% Stickstoffoxide (NOx) und nahezu die gesamte Partikelmasse (PM) und verhelfen den älteren Euro-II-Fahrzeugen dazu, Emissionsstandards zu erzielen, die der Euro-V-Norm entsprechen. Die Versuchsphase begann bei De Lijn im November 2006. Der Versuchsbus wurde mit einem Datenlogger und einem Modem ausgerüstet, die die große Reduktion der Nox-Emission in Echtzeit und unter realen Betriebsbedingungen erfassen konnten Wie von De Lijn erhofft, stellte das System seine Zuverlässigkeit über die 50.000 km während der Versuchsphase gefahrenen Kilometer unter Beweis.
Quelle: De Lijn
Busse in La Rochelle
Seit Januar 2004 sind 47 der städtischen Heuliez GX Euro I- und II-Busse in La Rochelle mit einem passiven Nachrüstsystem ausgestattet, das über FBC-Technologie (Fuel-Borne Catalyst), einen Diesel-Oxidations-Katalysator sowie einen Siliziumkarbid-Diesel-Partikelfilter (DPF) verfügt. Die Kombination aus DPF und FBC hat ihre Leistungsfähigkeit in einem langfristigen Feldversuch bewiesen.


Busse in London
Transport for London (TfL) hat den Eindecker Dennis Dart 3,9 l für einen Praxistest mit einem Kombinachrüstungssystem aus SCR und DPF ausgewählt. TfL beauftragte ferner zwei Busbetriebe mit der Erprobung, um zu gewährleisten, dass die Technologie auf einer größeren Auswahl an Strecken getestet werden kann. 14 bereits erfolgreich mit Partikelfiltern fahrende Busse wurden mit einem integrierten Paket ausgestattet, das SCR-Katalysatoren, NOx-Sensoren, einen Harnstofftank, eine Pumpe, ein Verteilersystem und ein elektronisches Überwachungsmodul umfasst. Aufgrund der in diesen Stadtbussen häufig vorherrschenden niedrigen Temperaturen und mit Hinblick auf die notwendige Vermeidung steigender Sekundäremissionen wurde für die NOx-Umwandlung ein Zielwert von 65% festgelegt und erreicht. Dank der Verbesserung der auf dem Markt verfügbaren Komponenten, die für den Praxistest ausgewählt wurden, konnte eine Betriebsverlässlichkeitsquote von 98% in der gesamten Flotte während der letzten neun Monate der Testphase erzielt werden.
Busse in Norwich
Im Juli 2008 hat der Norfolk County Council eine Umweltzone in der Stadt Norwich, Vereinigtes Königreich, eingerichtet, die erfordert, dass eine zunehmende Anzahl von Bussen die Euro III-Grenzwerte für NOx erfüllt. Ab dem 1. April 2010 gilt dies für alle Buslinien, deren Endpunkte beide innerhalb der Umweltzone liegen, und für 50 % derjenigen, die auch aus der Umweltzone hinausfahren. Um die Anforderungen der Umweltzone zu erfüllen, wurden 25 Euro II-Busse, die von First Eastern Counties betrieben werden, mit SCR-Technologie (selektive katalytische Reduktion) nachgerüstet, um ihre NOx-Emissionen um bis zu 64% zu verringern.
Busse in Barcelona
Die Regierung von Katalonien hat ein Luftqualitäts-Dekret erlassen, aufgrund dessen alle Euro II- und III-Busse in Katalonien bis zum Jahr 2014 so nachgerüstet werden müssen, dass sie die Mindestanforderungen der Euro IV-Norm erfüllen. In diesem Zusammenhang hat Transports Metropolitans de Barcelona (TMB) eine kombinierte Nachrüst-Technologie aus selektiver katalytischer Reduktion (SCR) und Diesel-Partikelfilter (DPF) ausgewählt, um die Emissionen von 363 Bussen zu reduzieren. Damit ist dies Europas größtes Retrofit-Programm sowohl für PM als auch für NOx. Unabhängige Tests beim Homologations- und Testzentrum Idiada haben bestätigt, dass mit Hilfe des Nachrüstsystems der EEV-Standard (Enhanced Environmentally Friendly Vehicle) erreicht werden kann, mit der Entfernung von über 90% der Partikel, Kohlenwasserstoffe und des Kohlenmonoxids und mehr als 70% der Stickoxide aus dem Abgas. Die Nachrüstung wurde aus wirtschaftlichen Gründen gewählt, denn, wie ein Verantwortlicher der TMB sagte, „für den Preis von einem neuen Bus, war es möglich, mehr als 15 Busse nach Euro V- und EEV-Standards zu modernisieren“.

